Hard Liquor - Der Geschmack der Nacht

HARD LIQUOR
Der Geschmack der Nacht
Von Marie Graßhoff

Ist der erste Teil aus der „Food Universe“-Reihe, erschienen am 23.12.2021 beim Lübbe-Verlag, erhältlich als Paperback (525 Seiten, 15 Euro), als eBook (9,99 Euro) und als ungekürzten Hörbuch-Download (16,99 Euro)

Inhalt:
Tycho ist als Nachfahrin alter Götter übermenschlich stark. Besonders, wenn sie Alkohol trinkt. Nicht schlecht, um sich als Barkeeperin in New York gegen zwielichtige Typen zu behaupten. Damit niemand von ihrer Herkunft erfährt, muss sie selbst ihren Kindheitsfreund Logan auf Distanz halten. Doch dann taucht die gutaussehende Grayson auf und behauptet, ihr Geheimnis zu kennen. Und als Tycho kurz darauf von einer Sekte entführt wird, die ihre Kräfte für sich beanspruchen will, bleibt ihr nichts anderes übrig, als Grayson zu vertrauen …
(Quelle: Lübbe Verlagsinternetseite)

Meine Gedanken und Meinung:
Auf dieses Buch von dieser Autorin habe ich mich riesig gefreut. Gerade nach der fantastischen „Neon-Birds“-Trilogie, war ich sehr gespannt. Der Klappentext hat mich sehr angesprochen und ich war in freudiger Erwartung auf eine erwachsene Geschichte ohne Einschränkungen. Die erste Hälfte habe ich auch das bekommen. Doch dann hat sich das Blatt gewendet und ich konnte mich mit keiner Figur mehr identifizieren. Jede Bindung, die ich aufgebaut habe, und jede Sympathie war wie weggewischt. Das lag in erste Linie an den Entscheidungen die, die Charaktere getroffen haben. Tycho hat mich hier besonders enttäuscht. Sie wirft Menschen weg, die sie schon immer kennt und ersetzt diese durch einen Haufen, den sie erstens, erst ein paar Tage kennt, und sie zweitens, auch noch gegen ihren Willen festgehalten haben. Auch startete sie keinen Versuch, sich mit ihren Lieben auszusprechen, sondern stempelt sie sofort ab. Da hat mir einiges an Entwicklung gefehlt und ich konnte ihre Handlung nicht nachvollziehen. Auch die eingebaute Lovestory konnte mich nicht recht überzeugen. Ich fand sie oberflächlich und mir ist immer noch nicht klar, warum sich Tycho für ebenjene Person entschieden hat. Für mich war sie ein leeres Blatt, dass sie selbst nicht mit Charakter füllen konnte. Das alles scheint jetzt sehr hart und manche werden es wohl nicht nachvollziehen können. Dafür muss euch bewusst sein, dass ich extrem hohe Erwartungen hatte, und ich habe Figuren erwartet wie bei Neon-Birds. Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch, vielleicht sehe ich alles zu ernst und steigere mich in etwas hinein. Vielleicht. Vielleicht konnte mich das Ende und die Figuren auch einfach nicht überzeugen.
Mich konnte Hard Liquor nur in der ersten Hälfte abholen und das Ende hat mich dann ziemlich enttäuscht zurückgelassen. Leider keine richtige Empfehlung an dieser Stelle. Ich habe mehr erwartet.

Beta Hearts

BETA HEARTS

Von Marie Graßhoff

Band 3 der „Neon Birds“-Trilogie

Ist am 30.09.2020 erschienen. Wie auch schon seine beiden Vorgängerteile beim Bastei-Lübbe-Verlag. Das Buch ist als Paperback für 15,00€, als eBook für 9,99€ und als Hörbuch für 19,99€ erhältlich. Der Roman hat als Paperback 511 Seiten und gehört ins Science-Fiction-Genre. Der Verlag empfiehlt das Buch erst ab einem Alter von 16 Jahren zu lesen.

Die Inhaltsangabe:

Im Jahr 2101 gibt eine neue Waffe abermals Hoffnung im Kampf gegen die künstliche Intelligenz KAMI. Es ist eine Person aufgetaucht, die in der Lage zu sein scheint, dem gottähnlichen Wesen die Stirn zu bieten. Doch die Zivilisation steht bereits an der Schwelle zum Untergang. Ist die Menschheit noch zu retten, und ist sie es überhaupt wert, gerettet zu werden? Die junge Kämpferin Andra zweifelt an ihrer Mission, KAMI zu vernichten …

Ihr solltet nur weiterlesen, wenn ihr die ersten beiden Teile der Trilogie schon kennt.

Meine Meinung und Gedanken:

Neon Birds und Cyber Trips sind wirklich zwei meiner Jahresfavoriten in 2020, da ist die Erwartungshaltung bei Finale natürlich extrem hoch. So viel schon mal vorweg, ich wurde nicht enttäuscht. Das Buch beginnt relativ langsam, in den ersten ca. 130 Seiten wird noch einmal der Status quo besprochen und unsere Charaktere bekommen die Chance Kraft zu tanken. Das hat mir wirklich gut gefallen, zumal ich den zweiten Band schon vor einigen Monaten gelesen habe und eine kurze Auffrischung der Ereignisse ganz gutgetan hat. Auch werden hier wieder Schritte geplant wie KAMI aufgehalten werden kann. Wieder einmal trennen sich unsere Protagonisten und bekommen ihrer eigenen Handlungsstränge. Auch das gefällt mir, es werden im Prinzip mehrere Geschichten parallel erzählt, die dann zu einem großen Ganzen werden. Die Charaktere allgemein sind ein großer Pluspunkt der Handlung. Ich finde sie zu jeder Zeit unglaublich echt und nachvollziehbar. Dabei ist es auch nicht auf die „Guten“ beschränkt. Auch das vermeintlich „Böse“ in Form von KAMI ist mir im Verlauf des letzten Buches ans Herz gewachsen. KAMI ist nicht wirklich böse, sie will nur das Beste und ich kann ihren Gedankengang durchaus verstehen und nachvollziehen, davon geht ein Großteil ihrer Faszination von ihr aus. Auch der Weg, den sie einschließt, macht komplett Sinn, wenn man jedenfalls nach ihrer Meinung geht. Ein Charakter, der für mich immer in Verbindung mit KAMI steht, ist Andra. Die Yuna aus der Wüste, der alles genommen wurde und jetzt, in einer ihre fremde Welt klarkommen muss. Die beiden haben durchaus Parallelen, ich denke, auch deshalb verstehen sich die beiden so gut. Ihre Gespräche machen mir immer viel Spaß. Sie sind wirklich tief. Auch wenn ich danach nicht immer das Gefühl habe mehr zu wissen als vorher. Eine andere Richtung hingegen schlägt Okijen ein, der Kämpfer, der nicht mehr kämpfen möchte, aber einfach nicht aufhören kann. In diesem Band finde ich ihn nicht ganz so interessant wie in den Teilen zuvor, trotzdem ist er eine wichtige Person. Was mich an seinem Handlungsstrang fasziniert ist die Person, mit dem er viel Zeit verbringt. Der Älteste eines Yunadorfes, in dessen Nähe sich die Überlebenden aufhalten. Den finde ich super, er ist sehr geheimnisvoll. Weiter zum nächsten Figurenpaar, Luke und Flover. Die beiden gehören zu meinen Lieblingen, sie haben eine süße Verbindung und passen immer aufeinander auf. Weiter geht’s mit Byth, im ersten Roman kommt sie nur kurz vor, nimmt dann immer einen größeren Part ein und wird zu der fünften Hauptfigur. Es gibt noch viele weitere Figuren, aber es würde eindeutig den Rahmen sprengen sie hier alle zu behandeln.

Weiter geht es mit der Handlung, über die will ich nicht viel verraten, ihr sollt ja noch selbst Freude am Lesen haben. Nur so viel, sie macht viel Spaß, ist unglaublich interessant und schön und traurig und berührend. Ich kann einfach nicht aufhören zu schwärmen, wenn ich einmal anfange.

Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

Cyber Tribs

CYBER TRIBS

Ist der zweite Teil der Neon-Birds-Trilogie von Marie Graßhoff. Der Roman ist, wie der erste Teil auch im Bastei Lübbe Verlag erschienen. Erschienen ist das Buch am 29. Mai 2020 und hat 445 Seiten, der Preis für den Roman als Paperback beträgt 15 €.

Hier der Klappentext:

Im Jahr 2101 hat die Menschheit nach erbitterten Kämpfen gegen die künstliche Intelligenz KAMI einen herben Rückschlag erlitten. Millionen wurden von ihrem technologischen Virus infiziert und verloren jeglichen eigenen Willen. Während auf der ganzen Welt nach einem Heilmittel geforscht wird, versucht die Kämpferin Andra hingegen Kontakt mit KAMI aufzunehmen — überzeugt davon, dass das Programm eine Persönlichkeit entwickelt hat …

Da ich vorhabe nachdem der dritte Teil erschienen ist die Reihe als Ganzes zu rezensieren und ich eine ausführliche Rezension für Mittelteil immer als etwas unnötig empfinde, kommt hier nur eine kleine feine Kurzrezension, damit ihr wisst ob es sich lohnt weiterzulesen oder nicht. Vielleicht kommt das Ganze auch etwas spät, in etwas mehr als einem Monat erscheint ja schon der letzte Teil der Trilogie, allerdings brauchte ich auch die Zeit und wenn ich mich dann hinsetzten wollte, hatte ich keine Zeit. Das Studium raubt einem dann doch mehr Zeit als man denken könnte.

Also, lange Rede kurzer Sinn, meine Kurzrezension:

Die Handlung geht genau da weiter an der Neon Birds aufgehört hat. Was ich ziemlich gut finde, was ich auch richtig gut finde ist, dass ganz am Anfang eine kurze Zusammenfassung des ersten Teils kommt. Sehr hilfreich. Eigentlich könnte ich meine Meinung des Buches in einem Satz zusammenfassen: Es ist gut, richtig gut, sogar noch besser als der erste Teil. Ich bin hin und weg, total begeistert. Okay, das waren zwei Sätze, nehmt’s mit nicht krumm. Ich probiere es nochmal ein wenig ausführlicher. Wir begegnen den uns altbekannten Figuren, allem voran den vier Hauptfiguren, dazu kommen ein paar neue Charaktere. Die finde ich genauso geschrieben wie die bisherigen Figuren. Sie alle sind glaubwürdig und konstant in ihrer Handlungsweise. Dazu die neuen Entwicklungen, die sich in der Handlungswelt ereignen. Ein paar Fragestellungen, die ich schon fast vergessen hatte, wurden beantwortet, dazu hat uns der weitere Handlungsverlauf weitere gegeben. Mit der Auflösung der Fragen war ich wirklich zufrieden und es ergibt alles Sinn. Worauf ich wirklich wert lege, ich mag Logik und Sinn. Hier ist alles konsequent durchdacht und vernünftig. Das gefällt mir auch an der ganzen Reihe, jeder Charakter handelt in einem für sich definierten Rahmen, haben ihr eigene Moral und ihre Prinzipien, die werden hier entweder weiter ausgebaut oder für neue Figuren gut eingeführt.

Also kurzes Fazit (wobei oben schon mein Fazit gestanden):

Der zweite Teil ist absolut lesenswert, die Handlung super spannend. Die Charaktere sind so sympathisch oder unsympathisch wie eh und je. In Sternen würde ich 5 von 5 Sternen vergeben.

Neon Birds

NEON BIRDS

Geschrieben wurde der Science-Fiction Roman von Marie Grasshoff. Die Ersterscheinung kam am 27. November 2019 im Verlag Bastei Lübbe auf den Büchermarkt. Der Preis für das Buch beträgt 15 Euro.

Wir sind im Jahr 2101 angekommen und die Welt hat sich verändert. In dieser Welt lernen wir vier junge Menschen kennen, mit ihnen gehen wir durch diese verrückte Welt, in der ein Virus aus normalen Leuten übermenschliche Cyborgs. Bis jetzt herrscht eine Art Waffenstillstand, die Cyborgs sind in Sicherheitszonen eingesperrt. Doch der Virus kann auch auf Tiere übertragen werden und von den Tieren, dann wieder auch Menschen übertragen werden. Doch alles ändert sich, für unsere vier Hauptcharaktere und den Rest der Welt, als die Tore einer Sicherheitszone deaktiviert werden. Die Cyborgs oder auch Mojas verlassen die Sicherheitszone, in der sie eingesperrt werden und beginnen alles was sie finden zu töten. Luke befindet sich im Überwachungsgebäude als die Tore versagen, Flover wird als Soldat zum Krisenmanagement hinzugezogen. Der ehemalige Soldat Okijen wird aus dem Ruhezustand zurückbeordert, um bei der Evakuation eines nahegelegenen Dorfes zu helfen. Die vierte im Bunde ist Andra, sie wohnt in dem Dorf nicht weit entfernt von der Sicherheitszone. Bis zu einem späten Zeitpunkt treffen die vier nicht aufeinander. Es ist viel mehr so, dass es zwei Teams gibt, die in ihrer Welt leben und durch die Außenwelt oder einfach nur ein erzwungenes Telefonat verbunden werden.

Klingt spannend, ist es auch, und was nach dem Ausbruch in dieser Sicherheitszone passiert ist noch spannender, hält viele überraschende Wendungen bereit und das Ende ist einfach phänomenal. Die Figuren, die neben den vier Hauptfiguren eingeführt werden, sie auch wenn ihr Rollen nicht so groß sind, genauso spannend.

Da kann ich es kaum erwarten den zweiten Teil zu lesen.

Meine Gedanken zu den vier Hauptcharakteren:

Achtung diese enthalten Spoiler zum Buch!

Den ersten der vier ist Luke. Er ist Praktikant in einer Sicherheitseinrichtung, die eine Gebiet bewacht, in dem sich ziemlich viele der einst menschlichen Cyborgs befinden. Schon zu Beginn wird klar, dass hier normalerweise nicht viel bis überhaupt gar nichts passiert. Bis zu diesem einen verhängnisvollen Tag. Was mir von Anfang an, an diesem Charakter gefallen hat, war das er nicht aufgibt, auch nicht in einer so verzweifelten Situation wie dieser. Später lernen wir Luke noch besser kennen und erfahren von seinem Hintergrund und warum er so auf die Arbeit in der Überwachung fast schon verzweifelt macht. Es ist eine herzreisende Geschichte, die von Geschwisterliebe und der Ungerechtigkeit des Lebens berichtet. Es dauert etwas bis wir erfahren, dass seine Zwillingsschwester in der Sperrzone von San Paolo gefangen ist und von KAMI infiziert wurde. Er tut alles dafür, um sie wenigstens noch einmal zu sehen und sich zu vergewissern, dass ihr Körper noch lebt. Seine Eltern sind verstorben, wahrscheinlich in dem Glauben ihre beiden Kinder wären tot. Er hat eindeutig Schuldgefühle und kann seinen Eltern nicht ohne seine Schwester unter die Augen treten. Für ihn ist nur er alleine daran Schuld, dass sie dort ist und er weiter leben darf. Doch mit seiner Schuld verdrängt er seine Trauer, denn in meinen Augen hat er nicht um sie getrauert, richtig getrauert, die Situation akzeptiert. Er klammert sich so daran sie noch einmal zu sehen, dass er völlig verdrängt, dass Selbst, wenn er sie finden, sie nie wieder dieselbe von damals sein wird. An den einzigen Gedanken, der in weitermachen lässt, hält ihn gleichzeitig davon ab, seine Leben richtig zu leben ohne die ständige Schuld auf seinen Schultern. Was mich bei ihm jedoch wundert war, dass in seiner Akte nichts von… steht. Zu Ende des Buches erfahren wir zusammen mit Luke, dass sich im Körper seiner Schwester KAMI gesammelt hat und mit diesem Körper auszieht die Welt zu erobern. Was ich in Teil zwei oder drei noch gern sehen würde, ist ein Zusammentreffen von Luke und Shiva-KAMI.

Die zweite Person, die uns vorgestellt wird, ist der Mitbewohner von Luke, Flover Nakamura. Er ist beim Militär, besitzt den Rang eines Captains und ist in einer super geheimen Geheimabteilung, die sich KAGE nennt. KAGE steht für KAMI Assimilation Ground Enforcement, das bedeutet so viel wie KAMI Anpassung Boden Durchsetzung. Hört sich ziemlich komisch, was sie machen ist in einem Satz zusammengefasst: Sie suchen nach Moja in der Bevölkerung und eliminieren diese. Eliminieren bedeutet genau das was ihr denkt, es bedeutet, dass Menschen, die mit KAMI infiziert sind, getötet werden. Dann war meine erste Frage, warum macht jemand so eine Aufgabe? Den Grund warum so eine Einheit existiert verstehe ich, doch warum man schon in jungen Jahren solch einer Tätigkeit nach. Es hat nicht lange gedauert, bis man auch hier für den Grund herausfindet, Flover macht das nicht, weil er sich dazu berufen fühlt und das möchte, sondern mehr, weil seine Mutter das von ihm erwartet. Seine Mutter ist sowieso ein ganz eigenes Thema. Sie ist nicht irgendjemand, sondern eine der mächtigsten Frauen der Welt, als General und Mitglied des Zentralen Weltrats hat sie viel Einfluss. Im Buch lernen wir sie als sehr distanziert und auch diszipliniert kennen. Das ist nur der erste Eindruck und wer jetzt denkt, dass diese Frau keine besonders gute Mutter ist, der wird wohl nach unseren Standards für eine Mutter recht haben, doch sie hat andere Prioritäten. Wir erfahren Flover hat nur noch seine Mutter, sein Vater ist gestorben. Von ihm hat er nur noch den Nachnamen. Was ich schon krass finde, die Mutter verweigert dem Sohn den eigenen Nachnamen, bis er sich dessen würdig erwiesen hat. Wie ihr euch schon denken könnt ist auch sie der Grund, warum er in seinen jungen Jahren schon beim Militär ist und warum er in einer Einheit wie dem KAGE ist. Für mich ist dieser Charakter mit all seine Probleme und Sorgen und Wünschen ein Prototyp für die Konflikte von jungen Erwachsenen, die einerseits ihre Eltern stolz machen wollen, aber auch ihre eigenen Träume verwirklichen wollen.

Okijen, der Supersoldat. Er ist erst einundzwanzig Jahre alt und doch kommt er einem vor, als wäre er schon über hundert. Ein kurzer Einblick in sein Leben und seine Geschichte. Seine Eltern starben und er ging mit sechszehn zum Militär, war einer der jüngsten Soldaten in einer MaKE-Einheit. Oh, und bevor ich es vergesse, ein Großteil seines Körpers besteht nicht mehr aus menschlichem Gewebe, sondern aus Kunststoff und künstlichen Organen und Haut. Er hat viele kybernetische Modifizierungen. Zudem ist er super bekannt, der bekannteste Soldat auf dem Planeten, außerdem hat er mehr Moja eliminiert als irgendein anderer Soldat. Zurzeit ist er nicht mehr als Soldat aktiv, die Worte werden zwar im Buch nie benutzt, aber für mich hört sich es an als würde er an einem Burn-out oder vielleicht auch an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Eine PTBS ist bei Soldaten, die getötet haben und im Einsatz waren nicht selten und er war oft im Einsatz, oft in den Sperrzonen und hat sich durch Horden von Moja gekämpft. Die Moja sind zwar vom Wesen keine Menschen mehr, doch sie sehen noch aus wie Menschen, sie laufen, atmen und kämpfen, sie reden nur nicht. Da ist ein innerer Konflikt und Reue vorprogrammiert. Davon zeigt auch seine Akte, er hat psychische Probleme. Auf mich macht er den Eindruck er möchte ein friedliches ruhiges Leben führen, ohne die Schrecken seiner Vergangenheit. Sein Rezept dafür ist Flucht, er weicht den Problemen aus, wenn er sie nicht sieht, gibt es sie auch nicht. Wenn er sich nicht mehr mit dem Militär beschäftigt existiert es für ihn nicht mehr. Das ist ein großes Thema bei Okijen, das zweite große Thema ist die kybernetische Verbesserung seines Körpers. Die Modifikationen hat das Militär bezahlt, kritische Stimme aus dem Buch haben dazu zwei Dinge anzusprechen. Einige meinen, dass dadurch das, dass Militär dafür aufkam, Okijen damit auch Eigentum des Militärs. Was für mich ein Problem darstellt, er hat Modifizierungen, doch er ist immer noch ein Mensch. Ein Mensch kann kein Eigentum sein, sonst würden wir wieder in den Tagen der Sklaverei. Wo würden die Grenzen liegen, ab wann ist dann der Mensch kein Mensch mehr, sondern Eigentum, gibt es da einen Prozentsatz oder ist es eher so dass alle Modifikationen einen zum Eigentum des Geldgebers machen. Diese Gedanken haben mich einfach nicht mehr losgelassen. Ich musste daran denken, was alles schon als Modifikation zählt, reicht da eine Prothese oder muss eine Funktion zu Grunde liegen? Aber das würde jetzt zu weit führen und ist für einen anderen Tag gedacht.

Andra, meine liebste unter den vier und das nicht, weil sie die einzig weibliche der Hauptfiguren ist, sondern aufgrund ihrer Stärke. Sie verliert alles und schafft es trotzdem weiterzumachen und eine Aufgabe für sich zu finden. Sie wohnt, besser wohnte, in dem Dorf, welches zu Beginn des Romans von Moja überrannt wird. Von den Ältesten des Dorfes zur Kämpferin ausgebildet, kämpft sie zusammen mit Soldaten, darunter auch Okijen, gegen die Moja. Die Soldaten mit Gewehren und schwerer Munition, Andra mit Pfeil und Bogen. Trotz dieser vermeintlich schlechten Ausrüstung kann sie viele der Moja niederstrecken, doch es hilft nichts das Dorf wird von allen Seiten angegriffen, niemand überlebet, naja bis auf eine Dorfmitglied, Andra. Sie ist nun allein, denkt sie zumindest, womit sie nicht rechnet ist Okijen. Er nimmt sie bei sich auf und versucht sich um Andra zu kümmern. Sie macht eine harte Zeit durch und versucht damit klar zu kommen, dass sie keine Familie mehr hat und jetzt ihren Weg allein finden muss. Sie versucht sich abzulenken und in ihre neue Umgebung einzufinden. Gelichzeitig erfahren wir als Leser, dass an ihr noch so manches zu entdecken ist. Wir als Leser erfahren wir, wie außergewöhnlich sie ist. Als Kind ist sie zu den Sicherheitstoren gegangen, hat dort mit den Moja dahinter geredet und manchmal auch gesungen, das wird später noch relevant. Denn was wir später erfahren, dass KAMI in der Lage ist zu kommunizieren, und zwar durch eine Moja. Die gesammelte Intelligenz kann sich erinnern und hat sich an Andras Lied erinnert. Damit hat sie eine unergründliche Beziehung mit KAMI die noch unentdeckte Auswirkungen hat.

Spoilerteil im dem ich näher auf die Dinge eingehen, die mir gefallen oder eben auch nicht:

Zum ersten was mir gefällt, die Entwicklung der Welt, also anders gesagt wie die Welt im Verlauf des Klimawandels gezeichnet wird. Es gibt viele Wüsten. Die Weltbevölkerung ist weiterhin gewachsen und es gibt Platzprobleme. Ein weiters Problem, das sich aus dem Klimawandel ergeben hat, ist die Ernährungsproblematik. Eine Ernährung wie sie zu unserer Zeit, in den westlichen Ländern herrscht, also Mischernährung mit Fleisch, Milch- und anderen tierischen Produkten, aber auch pflanzlichen Teilen, ist nicht mehr möglich. Der Großteil der zukünftigen Menschheit ernährt sich vegan, nur einzelne Bevölkerungsgruppen, die nicht in Städten wohnen, nutzen auch tierische Produkte zur Ernährung. Hauptsächlich durch die Jagd. Ich wie sin Büchern muss nicht alles realistisch oder jede Einzelheit beschrieben werden, doch hier wird in einem Kapitel relativ viel über Ernährung gesprochen, daher auch den Punkt, den ich machen möchte. Eine rein pflanzliche Ernährung ist nur mit zusätzlichen Stoffen möglich. Und nur zur Info ich habe mich ausführlich mit veganer Ernährung beschäftigt. Und zusätzlich denke ich, dass Soldaten, die ja viel Kraft brauchen die nötigen Proteine für ihre Muskeln, vor allem zum Aufbau, nicht komplett aus der veganen Ernährung bekommen. Ich weiß, es ist ein Minidetail, an dem man sich nicht besonders aufhängen sollte, aber mich hat es gestört. Wenn es Euch nicht stört, dann vergesst, dass Ihr diesen Abschnitt gelesen habt.

Was ich etwas drastisch finde ist die Einführung eines Weltrats, die einzelnen Länder existieren nicht mehr, es gibt keine Grenzen mehr und Englisch ist die Weltsprache. Aber ich denke, dass es in naher Zukunft nicht ohne eine engere Vernetzung von Staaten geht. Siehe zum Beispiel die Europäische Union, die schon seit mehreren Jahrzehnten versucht die europäischen Länder zu einen. Ob eine weltweite einheitliche Regierung möglich wäre. Vielleicht sehe ich das Ganze auch zu pessimistisch oder habe genug Fantasie.

Das mit der Weltsprache Englisch ist ja bereits schon so. Wenn man in einem fremden Land ist kommt man in der Regel mit Englisch weiter. Viele sprechen schon Englisch oder verstehen zumindest Englisch, vor allem die jüngeren Generationen.

Nun zu etwas das ich einfach genial finde und das ist die Idee von KAMI und den Mojas.

Zuerst zu KAMI. Die künstliche Intelligenz, bestehen aus Nanocomputer, die sich im Körper von Menschen und Tieren vernetzen können. Erschaffen von japanischen Wissenschaftlern, um Soldaten zu verbessern. Sie nannten das Programm KAMI nach dem japanischen Wort für „Gott“ und das finde ich ziemlich passend. Faszinierte finde ich auch den Gedanken, dass sie ihre gesamte Intelligenz auf einen Körper übertragen kann und sich in diesem sozusagen manifestieret hat.