Neon Birds

NEON BIRDS

Geschrieben wurde der Science-Fiction Roman von Marie Grasshoff. Die Ersterscheinung kam am 27. November 2019 im Verlag Bastei Lübbe auf den Büchermarkt. Der Preis für das Buch beträgt 15 Euro.

Wir sind im Jahr 2101 angekommen und die Welt hat sich verändert. In dieser Welt lernen wir vier junge Menschen kennen, mit ihnen gehen wir durch diese verrückte Welt, in der ein Virus aus normalen Leuten übermenschliche Cyborgs. Bis jetzt herrscht eine Art Waffenstillstand, die Cyborgs sind in Sicherheitszonen eingesperrt. Doch der Virus kann auch auf Tiere übertragen werden und von den Tieren, dann wieder auch Menschen übertragen werden. Doch alles ändert sich, für unsere vier Hauptcharaktere und den Rest der Welt, als die Tore einer Sicherheitszone deaktiviert werden. Die Cyborgs oder auch Mojas verlassen die Sicherheitszone, in der sie eingesperrt werden und beginnen alles was sie finden zu töten. Luke befindet sich im Überwachungsgebäude als die Tore versagen, Flover wird als Soldat zum Krisenmanagement hinzugezogen. Der ehemalige Soldat Okijen wird aus dem Ruhezustand zurückbeordert, um bei der Evakuation eines nahegelegenen Dorfes zu helfen. Die vierte im Bunde ist Andra, sie wohnt in dem Dorf nicht weit entfernt von der Sicherheitszone. Bis zu einem späten Zeitpunkt treffen die vier nicht aufeinander. Es ist viel mehr so, dass es zwei Teams gibt, die in ihrer Welt leben und durch die Außenwelt oder einfach nur ein erzwungenes Telefonat verbunden werden.

Klingt spannend, ist es auch, und was nach dem Ausbruch in dieser Sicherheitszone passiert ist noch spannender, hält viele überraschende Wendungen bereit und das Ende ist einfach phänomenal. Die Figuren, die neben den vier Hauptfiguren eingeführt werden, sie auch wenn ihr Rollen nicht so groß sind, genauso spannend.

Da kann ich es kaum erwarten den zweiten Teil zu lesen.

Meine Gedanken zu den vier Hauptcharakteren:

Achtung diese enthalten Spoiler zum Buch!

Den ersten der vier ist Luke. Er ist Praktikant in einer Sicherheitseinrichtung, die eine Gebiet bewacht, in dem sich ziemlich viele der einst menschlichen Cyborgs befinden. Schon zu Beginn wird klar, dass hier normalerweise nicht viel bis überhaupt gar nichts passiert. Bis zu diesem einen verhängnisvollen Tag. Was mir von Anfang an, an diesem Charakter gefallen hat, war das er nicht aufgibt, auch nicht in einer so verzweifelten Situation wie dieser. Später lernen wir Luke noch besser kennen und erfahren von seinem Hintergrund und warum er so auf die Arbeit in der Überwachung fast schon verzweifelt macht. Es ist eine herzreisende Geschichte, die von Geschwisterliebe und der Ungerechtigkeit des Lebens berichtet. Es dauert etwas bis wir erfahren, dass seine Zwillingsschwester in der Sperrzone von San Paolo gefangen ist und von KAMI infiziert wurde. Er tut alles dafür, um sie wenigstens noch einmal zu sehen und sich zu vergewissern, dass ihr Körper noch lebt. Seine Eltern sind verstorben, wahrscheinlich in dem Glauben ihre beiden Kinder wären tot. Er hat eindeutig Schuldgefühle und kann seinen Eltern nicht ohne seine Schwester unter die Augen treten. Für ihn ist nur er alleine daran Schuld, dass sie dort ist und er weiter leben darf. Doch mit seiner Schuld verdrängt er seine Trauer, denn in meinen Augen hat er nicht um sie getrauert, richtig getrauert, die Situation akzeptiert. Er klammert sich so daran sie noch einmal zu sehen, dass er völlig verdrängt, dass Selbst, wenn er sie finden, sie nie wieder dieselbe von damals sein wird. An den einzigen Gedanken, der in weitermachen lässt, hält ihn gleichzeitig davon ab, seine Leben richtig zu leben ohne die ständige Schuld auf seinen Schultern. Was mich bei ihm jedoch wundert war, dass in seiner Akte nichts von… steht. Zu Ende des Buches erfahren wir zusammen mit Luke, dass sich im Körper seiner Schwester KAMI gesammelt hat und mit diesem Körper auszieht die Welt zu erobern. Was ich in Teil zwei oder drei noch gern sehen würde, ist ein Zusammentreffen von Luke und Shiva-KAMI.

Die zweite Person, die uns vorgestellt wird, ist der Mitbewohner von Luke, Flover Nakamura. Er ist beim Militär, besitzt den Rang eines Captains und ist in einer super geheimen Geheimabteilung, die sich KAGE nennt. KAGE steht für KAMI Assimilation Ground Enforcement, das bedeutet so viel wie KAMI Anpassung Boden Durchsetzung. Hört sich ziemlich komisch, was sie machen ist in einem Satz zusammengefasst: Sie suchen nach Moja in der Bevölkerung und eliminieren diese. Eliminieren bedeutet genau das was ihr denkt, es bedeutet, dass Menschen, die mit KAMI infiziert sind, getötet werden. Dann war meine erste Frage, warum macht jemand so eine Aufgabe? Den Grund warum so eine Einheit existiert verstehe ich, doch warum man schon in jungen Jahren solch einer Tätigkeit nach. Es hat nicht lange gedauert, bis man auch hier für den Grund herausfindet, Flover macht das nicht, weil er sich dazu berufen fühlt und das möchte, sondern mehr, weil seine Mutter das von ihm erwartet. Seine Mutter ist sowieso ein ganz eigenes Thema. Sie ist nicht irgendjemand, sondern eine der mächtigsten Frauen der Welt, als General und Mitglied des Zentralen Weltrats hat sie viel Einfluss. Im Buch lernen wir sie als sehr distanziert und auch diszipliniert kennen. Das ist nur der erste Eindruck und wer jetzt denkt, dass diese Frau keine besonders gute Mutter ist, der wird wohl nach unseren Standards für eine Mutter recht haben, doch sie hat andere Prioritäten. Wir erfahren Flover hat nur noch seine Mutter, sein Vater ist gestorben. Von ihm hat er nur noch den Nachnamen. Was ich schon krass finde, die Mutter verweigert dem Sohn den eigenen Nachnamen, bis er sich dessen würdig erwiesen hat. Wie ihr euch schon denken könnt ist auch sie der Grund, warum er in seinen jungen Jahren schon beim Militär ist und warum er in einer Einheit wie dem KAGE ist. Für mich ist dieser Charakter mit all seine Probleme und Sorgen und Wünschen ein Prototyp für die Konflikte von jungen Erwachsenen, die einerseits ihre Eltern stolz machen wollen, aber auch ihre eigenen Träume verwirklichen wollen.

Okijen, der Supersoldat. Er ist erst einundzwanzig Jahre alt und doch kommt er einem vor, als wäre er schon über hundert. Ein kurzer Einblick in sein Leben und seine Geschichte. Seine Eltern starben und er ging mit sechszehn zum Militär, war einer der jüngsten Soldaten in einer MaKE-Einheit. Oh, und bevor ich es vergesse, ein Großteil seines Körpers besteht nicht mehr aus menschlichem Gewebe, sondern aus Kunststoff und künstlichen Organen und Haut. Er hat viele kybernetische Modifizierungen. Zudem ist er super bekannt, der bekannteste Soldat auf dem Planeten, außerdem hat er mehr Moja eliminiert als irgendein anderer Soldat. Zurzeit ist er nicht mehr als Soldat aktiv, die Worte werden zwar im Buch nie benutzt, aber für mich hört sich es an als würde er an einem Burn-out oder vielleicht auch an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Eine PTBS ist bei Soldaten, die getötet haben und im Einsatz waren nicht selten und er war oft im Einsatz, oft in den Sperrzonen und hat sich durch Horden von Moja gekämpft. Die Moja sind zwar vom Wesen keine Menschen mehr, doch sie sehen noch aus wie Menschen, sie laufen, atmen und kämpfen, sie reden nur nicht. Da ist ein innerer Konflikt und Reue vorprogrammiert. Davon zeigt auch seine Akte, er hat psychische Probleme. Auf mich macht er den Eindruck er möchte ein friedliches ruhiges Leben führen, ohne die Schrecken seiner Vergangenheit. Sein Rezept dafür ist Flucht, er weicht den Problemen aus, wenn er sie nicht sieht, gibt es sie auch nicht. Wenn er sich nicht mehr mit dem Militär beschäftigt existiert es für ihn nicht mehr. Das ist ein großes Thema bei Okijen, das zweite große Thema ist die kybernetische Verbesserung seines Körpers. Die Modifikationen hat das Militär bezahlt, kritische Stimme aus dem Buch haben dazu zwei Dinge anzusprechen. Einige meinen, dass dadurch das, dass Militär dafür aufkam, Okijen damit auch Eigentum des Militärs. Was für mich ein Problem darstellt, er hat Modifizierungen, doch er ist immer noch ein Mensch. Ein Mensch kann kein Eigentum sein, sonst würden wir wieder in den Tagen der Sklaverei. Wo würden die Grenzen liegen, ab wann ist dann der Mensch kein Mensch mehr, sondern Eigentum, gibt es da einen Prozentsatz oder ist es eher so dass alle Modifikationen einen zum Eigentum des Geldgebers machen. Diese Gedanken haben mich einfach nicht mehr losgelassen. Ich musste daran denken, was alles schon als Modifikation zählt, reicht da eine Prothese oder muss eine Funktion zu Grunde liegen? Aber das würde jetzt zu weit führen und ist für einen anderen Tag gedacht.

Andra, meine liebste unter den vier und das nicht, weil sie die einzig weibliche der Hauptfiguren ist, sondern aufgrund ihrer Stärke. Sie verliert alles und schafft es trotzdem weiterzumachen und eine Aufgabe für sich zu finden. Sie wohnt, besser wohnte, in dem Dorf, welches zu Beginn des Romans von Moja überrannt wird. Von den Ältesten des Dorfes zur Kämpferin ausgebildet, kämpft sie zusammen mit Soldaten, darunter auch Okijen, gegen die Moja. Die Soldaten mit Gewehren und schwerer Munition, Andra mit Pfeil und Bogen. Trotz dieser vermeintlich schlechten Ausrüstung kann sie viele der Moja niederstrecken, doch es hilft nichts das Dorf wird von allen Seiten angegriffen, niemand überlebet, naja bis auf eine Dorfmitglied, Andra. Sie ist nun allein, denkt sie zumindest, womit sie nicht rechnet ist Okijen. Er nimmt sie bei sich auf und versucht sich um Andra zu kümmern. Sie macht eine harte Zeit durch und versucht damit klar zu kommen, dass sie keine Familie mehr hat und jetzt ihren Weg allein finden muss. Sie versucht sich abzulenken und in ihre neue Umgebung einzufinden. Gelichzeitig erfahren wir als Leser, dass an ihr noch so manches zu entdecken ist. Wir als Leser erfahren wir, wie außergewöhnlich sie ist. Als Kind ist sie zu den Sicherheitstoren gegangen, hat dort mit den Moja dahinter geredet und manchmal auch gesungen, das wird später noch relevant. Denn was wir später erfahren, dass KAMI in der Lage ist zu kommunizieren, und zwar durch eine Moja. Die gesammelte Intelligenz kann sich erinnern und hat sich an Andras Lied erinnert. Damit hat sie eine unergründliche Beziehung mit KAMI die noch unentdeckte Auswirkungen hat.

Spoilerteil im dem ich näher auf die Dinge eingehen, die mir gefallen oder eben auch nicht:

Zum ersten was mir gefällt, die Entwicklung der Welt, also anders gesagt wie die Welt im Verlauf des Klimawandels gezeichnet wird. Es gibt viele Wüsten. Die Weltbevölkerung ist weiterhin gewachsen und es gibt Platzprobleme. Ein weiters Problem, das sich aus dem Klimawandel ergeben hat, ist die Ernährungsproblematik. Eine Ernährung wie sie zu unserer Zeit, in den westlichen Ländern herrscht, also Mischernährung mit Fleisch, Milch- und anderen tierischen Produkten, aber auch pflanzlichen Teilen, ist nicht mehr möglich. Der Großteil der zukünftigen Menschheit ernährt sich vegan, nur einzelne Bevölkerungsgruppen, die nicht in Städten wohnen, nutzen auch tierische Produkte zur Ernährung. Hauptsächlich durch die Jagd. Ich wie sin Büchern muss nicht alles realistisch oder jede Einzelheit beschrieben werden, doch hier wird in einem Kapitel relativ viel über Ernährung gesprochen, daher auch den Punkt, den ich machen möchte. Eine rein pflanzliche Ernährung ist nur mit zusätzlichen Stoffen möglich. Und nur zur Info ich habe mich ausführlich mit veganer Ernährung beschäftigt. Und zusätzlich denke ich, dass Soldaten, die ja viel Kraft brauchen die nötigen Proteine für ihre Muskeln, vor allem zum Aufbau, nicht komplett aus der veganen Ernährung bekommen. Ich weiß, es ist ein Minidetail, an dem man sich nicht besonders aufhängen sollte, aber mich hat es gestört. Wenn es Euch nicht stört, dann vergesst, dass Ihr diesen Abschnitt gelesen habt.

Was ich etwas drastisch finde ist die Einführung eines Weltrats, die einzelnen Länder existieren nicht mehr, es gibt keine Grenzen mehr und Englisch ist die Weltsprache. Aber ich denke, dass es in naher Zukunft nicht ohne eine engere Vernetzung von Staaten geht. Siehe zum Beispiel die Europäische Union, die schon seit mehreren Jahrzehnten versucht die europäischen Länder zu einen. Ob eine weltweite einheitliche Regierung möglich wäre. Vielleicht sehe ich das Ganze auch zu pessimistisch oder habe genug Fantasie.

Das mit der Weltsprache Englisch ist ja bereits schon so. Wenn man in einem fremden Land ist kommt man in der Regel mit Englisch weiter. Viele sprechen schon Englisch oder verstehen zumindest Englisch, vor allem die jüngeren Generationen.

Nun zu etwas das ich einfach genial finde und das ist die Idee von KAMI und den Mojas.

Zuerst zu KAMI. Die künstliche Intelligenz, bestehen aus Nanocomputer, die sich im Körper von Menschen und Tieren vernetzen können. Erschaffen von japanischen Wissenschaftlern, um Soldaten zu verbessern. Sie nannten das Programm KAMI nach dem japanischen Wort für „Gott“ und das finde ich ziemlich passend. Faszinierte finde ich auch den Gedanken, dass sie ihre gesamte Intelligenz auf einen Körper übertragen kann und sich in diesem sozusagen manifestieret hat.

Der letzte Wunsch

DER LETZTE WUNSCH

Die Vorgeschichte der Hexer-Saga Band 1

Kurze Information zum Autor und der Handlung des Romans:

Geschrieben hat die Bücher rund um Geralt der polnische Autor Andrzej Sapkowski. Der erste Band zur Vorgeschichte des Hexers Geralt von Riva erschien erstmals im polnischen Original im Jahr 1993, im deutschen wurden die Kurzgeschichten 2006 zum ersten Mal veröffentlich. Verlegt wurden die Bücher vom dtv, Eric Simon hat die Romane aus dem polnischen ins Deutsche übersetzt.

Das erste Buch der Vorgeschichte besteht aus 6 Kurzgeschichten, die von einer Rahmenhandlung eigeschlossen werden. Diese Rahmenhandlung kann man als siebte Kurzgeschichte zählen. Mir persönlich gefällt dieser Aufbau, die Geschichten werden nicht stumpf nacheinander erzählt. Sondern die Rahmenhandlung führt schön von einer Episode aus Geralts Leben zur nächsten. Die Geschichten selbst sind echt spannend, nichtsdestotrotz, dass ich ein paar der Episoden schon aus der Netflix-Serie „The Witcher“ kannte.

Und das sind wir auch schon beim Thema, ich hab das Gefühl die Bücher erleben gerade ihre zweite Renaissance. Ich denke, die erste war mit den drei Videospielen, die zwischen 2005 und 2015 erschien und schon damals ziemlich großes Interesse bei vielen weckte. Gefühlsmäßig ist der Hype, den Netflix mit seiner Serie geschaffen hat um einiges größer. In jede Buchhandlung, die ich gehe, begegnen mir die Bücher, teilweise sind die ersten Teile ausverkauft, nur die letzten Bände der fünfteiligen Reihe sind noch zu haben. Auf Instagram poste viele stolz, sie haben sich die komplette Pentalogie, schlaues Wort für fünfteilige Reihe, zu gelegt. Das Alles erinnert mich daran wie sehr die, noch nicht fertige Buchreihe von George R. R. Martin „Ein Lied von Eis und Feuer“ durch die HBO-Serie „Game of Thrones“ gehypte wurde. Damals haben sich auch viele die komplette Buchreihe ins Regal gestellt. Bei so viel Hype frag ich mich ja immer, ob die Leute, die sich die Bücher kaufen, diese dann auch lesen. Oder ob man im Prinzip nur mit dem Fluss mitschwimmt. Nach dem Motto „ganz viele reden über die Serie und auch über die Bücher. Die Bücher sind damit im interessant. Ganz viele kaufen die sich jetzt. Also muss ich auch kaufen, damit ich weiter dazugehöre.“ Ich gestehe, auch ich hab damals die angefangen die Bücher rund um Jon Schnee und Daenerys Targaryan zu lesen. Allerdings hab ich mir nur den ersten Teil gekauft und gelesen. Denn kannte ich allerdings schon aus der Serie. Ich hab dann noch 2 oder 3 weitere Teile gelesen, die hab ich mir aber nicht gekauft, sondern aus der Stadtbibliothek ausgeliehen, was ich bis heute nicht bereue und daraus auch für die Zukunft gelernt habe. Lieber erst mal nur einen Teil kaufen, den lesen und dann entscheiden, ob man sich die restlichen Teile anschaffen möchte. Das ist so mein Weg. Generell bin ich bei so Hype Serien und Büchern erstmal vorsichtig. Das kann auch echt nur heiße Luft sein.

Bei der Hexer-Sage rund um Geralt von Riva kann ich euch allerdings beruhigen. Hier steckt nicht nur heiße Luft drin, sondern ein cleveres Worldbuiling und faszinierende Personen. Mir persönlich hat der erste Teil der Kurzgeschichte sehr zugesagt. Gleich kommen wir nämlich zu dem Warum.

Erst mal eine Warnung, wer dieses Buch noch nicht gelesen hat und dies noch möchte, sollte nicht weiter lesen/hören. Ich werde nämlich von der Geschichte kurz den Inhalt zusammenfassen und dann euch dazu noch meine Meinung sagen.

So, kommen wir zur ersten Kurzgeschichte, die den Namen: „Der Hexer“ trägt. In dieser Geschichte gelangt Geralt an den Hof von König Foltest. An dessen alten Hof trieb eine Striga ihr Unwesen. Schon viele vor Geralt hatten versucht mit dem Ungeheuer fertig zu werden. Doch es gab ein Problem, wie sich herausstellt, ist die Striga keine gewöhnliche Striga, sondern die Inzesttochter des Königs. Und jener verlangt, dass seine Tochter nicht getötet werden darf. Geralt findet eine Möglichkeit aus der Striga wieder eine Prinzessin zu machen, dafür muss er verhindern, dass sich die Striga im Morgengrauen wieder in ihren Sarg legt. Natürlich schafft es der Hexer, zwar nicht unverletzt, aber er schaffte es. Dann ist nur noch die Frage zu klären, wer damals Foltests Schwester verflucht hat. Auch das kann natürlich gelüftet werden. Nun zu meiner Meinung: Mir persönlich hat die Geschichte gut gefallen, auch wenn ich sie schon von der Netflix-Serie kannte. Das einzige was ich an der Netflixversion besser fand, war das Rätsel darum wer die Striga ursprünglich war und wie sie mit Foltest in Verbindung steht. Sonst ist alles spannend und super verständlich geschrieben. Was ich noch interessant daran fand, war dass der Inzest nicht unterbunden wurde, sondern jeder davon wusste. Das erinnert mich an die Königshäuser des alten Europas. Dort wurden auch oft Cousin und Cousine verheiratet, wobei man sagen muss in der Geschichte, das mit dem Geschwisterinzest nochmal alles auf eine neue Spitze getrieben wurde. Unwillkürlich macht mein Gehirn eine Verbindung zu Georg R. R. Martins „Ein Lied von Eis und Feuer“.

Machen wir weiter mit der zweiten Kurzgeschichte: „Ein Körnchen Wahrheit“. In dieser entdeckt Geralt in einem kleinen Wäldchen ein Schlösschen. In diesem Schloss lebte ein Mann namens Nivellen, der in ein Monster oder Biest verwandelt wurde. Die beiden freunden sich sogar teilweise an. Nivellen erzählt Geralt seine Geschichte und wie er anfangs damit haderte, bis er erkannte, was für großes Potenzial er damit seinem Fluch bei Frauen hat. Und wer hätte gedacht von da an findet er seinen Fluch nicht mehr ganz so schlimm. Geralt bleibt noch eine Weile bei Nivellen, bald stellt sich heraus, dass er mit einer Vampirin zusammenlebt, die sich für eine Nixe ausgibt. Es kommt zum Kampf zwischen der Vampirin und dem Hexer, während dessen Verlauf Nivellen entzaubert wird. Die Geschichte erinnert stark an das Märchen „Die Schöne und das Biest“, auch wenn hier deutlich mehr Sex vorkommt und das Monsteriest nicht durch die Liebe entzaubert wird, das wäre für Sapkosksis Welt auch viel zu kitschig. Denn die Welt in der Geralt lebt ist mit unter dreckig und ziemlich brutal.

Die dritte Kurzgeschichte heißt „Das kleinere Übel“. Im Verlauf der Geschichte erfahren wir warum Geralt später auch der Schlächter von Blaviken genannt wird. Doch zunächst einmal kommen wir mit Geralt in das Städtchen Blaviken. In dieser Stadt befindet sich gerade die gesuchte Mörderin Renfri. Renfri erklärt Geralt warum sie in der sTadt ist, sie möchte den ansässigen Zauberer Stregebor töten. Dieser ist auch ein Bekannter des Hexers. Geralt versteht zwar die Motive von Renfri, kommt aber auch ihrem Wunsch seiner Hilfe nicht nach. Geralt ist der Meinung es ist besser gar nicht zu wählen, als das kleinere Übel zu wählen, von dieser Überzeugung kommt auch der Name. Doch es kommt alles anders als erwartet. Renfri beschließt dem Zauberer ein Ultimatum zu stellen, entweder er stellt sich ihr oder sie tötet die Bewohner von Blaviken. Stregebor ist, Überraschung, nicht dazu bereit sich ihr zu stellen. Geralt wiederum kann nicht zu lassen, dass Renfri die Bewohner von Blaviken tötet, er beschließt Renfri und ihre bande aufzuhalten. Im Zuge dessen tötet er sowohl die Bande als auch Renfri. Das kommt bei den Einwohnern nicht gut an. Sie schicken Geralt unter Stregebors Kommando weg, er darf nie wieder zurückkommen. Ein sehr interessanter Teil, die uns zeigt wie Geralt tickt. Super spannend, auch für alle, die die Episode schon aus der Netflix-Serie kennen.

Weiter geht es mit der vierten Geschichte. „Ein Frage des Preises“ ist in diesem Buch die drittlängste Geschichte und spielt am Hof von Cintra. Die Königin von Cintra, Calanthe, feiert den Geburtstag ihrer Tochter Pavetta. Am gleichen Abend noch möchte Calanthe Pavetta mit einem der angereisten Gäste verloben. Aber natürlich, kommt wieder alles anders. Ein Ritter tritt vor und fordert die Prinzessin für Cintra für sich. Der verstorbene König habe sie dem „Recht der Überraschung“ nach versprochen, als der Ritter ihm das Leben rettete. Es stellt sich heraus, dass Calanthe davon wusste und Geralt angeheuert hat um sich des Ritters, der in die Gestalt eines Igels verflucht wurde, zu entledigen. Aber sie hat die Rechnung ohne Pavetta gemacht, sie hat Denny, so heißt der Igelritter, schon früher getroffen und sich in ihn verliebt. Es entbrennt ein Kampf, in dem Geralt und Denny Seit an Seit kämpfen. Es steht nicht gut um die Beiden, bis sich auch Pavetta in den Kampf einmischt. Sie entfesselt eine gewaltige magische Kraft. Diese droht das Schloss zu zerstören. Dies kann allerdings verhindert werden. Am Ende sind Pavetta und Denny glücklich vereint und Calanthe hat sich damit abgefunden. Auch diese Kurzgeschichte ist Teil der ersten Staffel der „Witcher“-Serie. Aber beim Lesen entdeckt man immer wieder Details, die es entweder nicht in die Serie geschafft haben oder die ich erst in dem Buch entdeckt haben. Auch hier kann ich nur sagen, super spannend und macht Spaß zu lesen.

Die vorletzte Geschichte trägt den Namen: „Der Rand der Welt“. In dieser Geschichte treffen wir zum ersten Mal auf Rittersporn, einen Barden und Freund von Geralt. Die beiden sind zusammen unterwegs, gelangen in ein Dorf. Schon auf dem Weg beschwert sich der Hexer, dass es nicht mehr genug Aufträge für ihn gibt, was daran liegen könnte, dass er Monster tötete und damit sich selbst die Arbeit wegtötete. In dem Dorf werden die beiden beauftragt den Teufel, welcher das Dorf heimsucht zu verscheuchen, nicht zu töten. Froh über den Auftrag machen sich Geralt und Rittersporn an die Arbeit. Sie finden heraus, dass der Teufel ein Silvan ist und zu ihrer großen Überraschung mit den Elfen zusammenarbeitet. Für die stiehlt er Essen, Samen und andere Dinge. Doch während die beiden Freunde hinter all das Kommen, werden sie von den Elfen entführt und sie wollen sie töten. Das kann allerdings im letzten Moment von der Königin der Felder verhindert werden. Auch diese Episode von Geralt und Rittersporn ist Teil der Serie, doch auch hier muss gesagt werden, egal ob man die Episode erkennt oder nicht, die Geschichte ist spannend und man entdeckt immer etwas Neues.

Die letzte Kurzgeschichte gibt dem Roman seinen Namen: „Der letzte Wunsch“. In dieser Episode lernen wir die Zauberin Yennefer kennen. Allerdings erst nach dem Rittersporn beim Angeln einen Krug findet, in dem sich ein Dschinn befindet. Dieser kommt frei und gelangt in das nahe gelegene Dorf, welcher er so gleich beginnt zu verwüsten. Yennefer möchte den Dschinn bannen, doch dieser ist mächtiger als gedacht. Mächtiger als Yennerfer, nur mit Geralts Hilfe gelingt es den Dschinn zu vertreiben. Die erste Begegnung Geralts und Yennefer ist ziemlich prägnant und sowohl die beiden als auch wir werden sie nicht so schnell vergessen. Sie ist entscheidend für die weitere Beziehung der zwei.

Bevor ich es vergesse, es gibt noch einen Bonus. Alle sechs Kurzgeschichten werden getrennt von einer weiteren Kurzgeschichte, die in kleine Stücke zerlegt wird. Sie nennt sich „Die Stimme der Vernunft“, in dieser ist Geralt in einem Tempel, in dem er sich von einer schweren Verletzung erholt.

Zusammengefasst sind die Geschichten durchgehend spannend, bitten immer etwas Neues und wenn man genau aufpasst, kann man Verbindungen zu Sagen, Mythen und Märchen unserer Welt erkennen. Das Buch ist auch für alle etwas, die nicht gerne endlos lange Geschichten lesen, sondern wie beim Serien schauen nach spätestens einer Stunde eine neue Episode möchten. Ich persönlich freue mich schon auf den nächsten Teil der Vorgeschichte des Hexers von Riva.

Ich gebe fünf von fünf Sterne.